Aber bitte ohne Zucker!

Cappuccino im District Five – Schon die Zubereitung ist Kult (Foto: oh)

Im District Five kommen Kaffeeliebhaber auf ihre Kosten.

Vergesst alles, was ihr bisher über Kaffee wusstet! Wir denken Kaffee neu! Das ist auf der Homepage der Kaffeemacher vom District Five zu lesen. Die Herren Tobias Stehle, Michael und Andreas Menrad nehmen den Mund ganz schön voll, nicht nur mit Kaffee. Drei Kaffeetrinker aus der Medienbranche traten zum Cappuccino-Test an.

Auf die Bohne kommt es an – hier EL BOQUERON (Foto: of)

Wer in Ingolstadt fragt, wo man gut Kaffee trinken könne, erhält in letzter Zeit des Öfteren die Antwort: im District Five in der Donaustraße. Dort kann man seit einigen Monaten den Kaffee genießen, der dafür in Manching geröstet wird. An einem Freitagmittag traten drei selbsternannte Kaffeetester an, um den guten Ruf des District Five unter die Lupe zu nehmen. Das ging nicht ohne Überraschungen von statten.

Der Cappuccino wurde ohne den vermeintlich obligatorischen Kaffeelöffel auf der Untertasse geliefert. Es fehlten auch die sonst oft anzutreffenden kleinen Zucker-Tütchen. Auch ein Gefäß mit offenem Zucker war weit und breit nicht zu sehen. Zwei der drei vermeintlichen Kaffeeexperten wollten das nicht akzeptieren und fragten ausdrücklich nach. Der coole, reichlich tätowierte Experte an der LA MARZOCCO-Espressomaschine (bei diesem Hersteller kostet bereits ein kleines Gerät für den Hausgebrauch mit einem Siebträger knapp unter 5000 €) sah uns zwar nicht verächtlich, aber doch sichtlich enttäuscht an, bevor er freundlich antwortete: „Wenn es gar nicht anders geht, dort drüben (er deutete auf eine kleine Konsole an einer Säule) findet ihr braunen Zucker.“ Die zwei zuckersüchtigen Cappuccino-Freunde schlichen wie geprügelte Hunde zu ihren Plätzen zurück. Nun wussten sie es also: der wahre Kaffeekenner trinkt den Cappuccino ungesüßt. Das hinderte die zwei Herren aber nicht, zum Zucker zugreifen.

Nicht nur bei der Entscheidung, ob der Cappuccino zu süßen sei oder nicht, lautete die Entscheidung am Schluss zwei zu eins. Auch bei der Beurteilung des Geschmacks schieden sich die Geister: Der Purist und einer der beiden zuckernden Cappuccino-Trinker waren hellauf begeistert. Der Dritte im Bunde verzog das Gesicht. Über eines waren sich alle drei einig: Dieser Cappuccino hat einen ganz eigenen Geschmack, der von der Norm erheblich abweicht. Der kritische Geist vermutete zunächst, der ihm eigentümlich erscheinende Geschmack könne auf die verwendete Milch zurückzuführen sein. Er wurde auf Nachfrage darüber belehrt, dass die Milch direkt vom Bauern bezogen werde und natürlich immer frisch sei. Um dem Geheimnis des Geschmacks auf die Spur zu kommen, fragte die Gruppe, um welche der im District Five verfügbaren Kaffeebohnen es sich denn hier handele: EL BOQUERON, ein Kaffee aus Guatemala, wurde an diesem Tage gerade ausgeschenkt. Er kann, wie übrigens alle anderen Kaffeesorten im Lokal, in ganzen Bohnen gekauft werden. 250 Gramm kosten derzeit 8,40 €. Die Bohnen sind nicht nur für Siebträgermaschinen sondern sogar auch für Filterkaffee (Handfilter) verwendbar. Die Versuche der drei Tester, bei der Beschreibung des Geschmacks auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, scheiterten kläglich. Daher hier die offizielle Lesart: Der EL BOQUERON schmeckt nach der auf der Packung befindlichen Beschreibung nach Erdbeere, Pfirsich und Kirsche. Jedem Kaffeetrinker kann man nur raten, sich vor Ort selbst davon zu überzeugen.

Mehr zu den Kaffeeröstern des District Five und ihrem Lokal im IngolStadtBuch2, das Mitte November im Buchhandel erhältlich ist.

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