AfD-Kandidat will von hübscher Russin gepflegt werden

Podiumsdiskussion in der VHS mit den Landtagskandidaten. Foto und Video: hk

Bei einer Podiumsdiskussion der Stimmkreiskandidaten in Ingolstadt fiel der AfD-Kandidat aus der Rolle.

Diese Offenbarung seiner privaten Wünsche sollte nicht im Sande verlaufen:  Johannes Kraus von Sande, der Stimmkreiskandidat der AfD in Ingolstadt, hat spezielle Vorstellungen, wenn es um die Pflegeberufe geht: “Lieber von einer hübschen Russin als von einer Frau in Burka” wolle er gepflegt werden, bekannte er und unterstellte den Zuhörern, dass sie es wohl auch so wünschten.  Er löste damit auf einer Gemeinschaftsveranstaltung der VHS Ingolstadt, des Bundes Naturschutz, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, der Katholischen Erwachsenenbildung, des Evangelischen Forums und des Bundes Naturschutz helle Empörung aus. Mit seiner Ausnahme und der einiger ganz vereinzelter Anhänger im Publikum dürfte für alle anderen bei der Pflege die fachliche Qualität der Pflegerin und nicht deren Optik oder religiöse Überzeugung im Vordergrund stehen.

Auch mit der Äußerung, die Kriminalstatistiken, die belegen, dass Deutschland so sicher ist, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr, zog der AfD-Kandidat in Zweifel. Gerade bei Gewaltdelikten, so etwa Messerattacken, seien diese gefälscht. Da lief er aber dem CSU-Kandidaten Alfred Grob, seines Zeichens Kripo-Chef in Ingolstadt, im übertragenen Sinne des Wortes ins Messer. Grob konterte: Wenn jemand schwer verletzt werde, etwa weil er mit einem Messer angegriffen wurde, dann kämen sofort Ärzte, die Polizei und andere zu Hilfe. Es sei nicht möglich, dass derartige Delikte unter den Teppich gekehrt werden könnten, weil sehr viele Menschen Bescheid wüssten. Kein Polizist wolle Statistiken manipulieren. Auch die anderen Kandidaten grenzten sich vom AfD-Mann scharf ab, wobei insbesondere Eva-Bulling-Schröter ihre ganze Routine als langjährige Bundestagsabgeordnete der Linken ausspielte und Jakob Schäuble (FDP) seine rhetorischen Fähigkeiten aufblitzen ließ.

Sieht man von den Ausfällen des Rechtspopulisten von Sande ab, so verlief die Diskussion auf hohem Niveau und sehr sachlich. Die Moderatoren veranlassten die Kandidaten immer wieder zu kurzen und klaren Stellungnahmen. Emotionale Schaugefechte blieben aus. Es diskutierten:  Alfred Grob (CSU), Christoph Spaeth (SPD), Petra Flauger (FW), Stephanie Kürten (Grüne), Eva Bulling-Schröter (Die Linke), Jakob Schäuble (FDP), Johannes Kraus von Sande (AfD), Raimund Köstler (ÖDP).

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