Albert oder Ludwig

Ludwig oder Albert

Bricht in Ingolstadt ein Glaubenskrieg aus? Naturwissenschaftler gegen Monarchisten? Ein nicht ernster Kommentar von Hermann Käbisch

Die Bürgergemeinschaft (BGI) möchte den Platz, der auf dem Rietergelände beim Kavalier Dallwigk und dem Digitalen Gründerzentrum entsteht, „Albert-Einstein-Platz“ nennen – nach dem Nobelpreisträger und Physiker Albert Einstein. Eine gute Idee, denn im Digitalen Gründerzentrum, das dort Einzug halten soll, beschäftigen sich die Existenzgründer mit Dingen, für die Einstein mit seiner Relativitätstheorie letztendlich den Grundstein gelegt hat.

Die CSU hat vorgeschlagen, das Areal „König-Ludwig-Platz“ zu nennen. Dieser Name lässt zunächst nicht erkennen, ob der erste oder zweite Ludwig gemeint ist. Ludwig II. ließ bekanntlich Neuschwanstein, Schloss Herrenchchiemsee und andere weltberühmte Bauten errichten, was zu der Hoffnung Anlass geben könnte, dass im Ingolstadt der Gegenwart nach wunderbaren klassizistischen Bauten der Vergangenheit auch in unseren Tagen ein Bauwerk mit Strahlkraft entstehen könnte. Doch bei näherem Hinsehen stellt sich heraus, dass Ludwig I. gemeint ist, der sich um den Wiederaufbau der Festungsbauten (darunter der Kavalier Dallwigk) in Ingolstadt verdient gemacht hat – nachdem diese von Napoleon beseitigt worden waren. Denkt man an Ludwig I., so werden aber vorherrschend Erinnerungen an seine „Schönheitsgalereie“, eine Sammlung von Gemälden attraktiver Frauen (darunter Lola Montez, seine Geliebte) wach. Existenzgründer im digitalen Zeitalter wird Einsteins prognostizierte Krümmung der Raumzeit mehr interessieren als die Rundungen der Lola.

Lola Montez in der Schönheitsgalerie

Fotos: Wikipedia

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