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Bekenntnisse

Warum stellt die AfD die keinen OB-Kandidaten auf? Was macht Christian Scharpf (SPD), falls er nicht Oberbürgermeister wird?

Der Wahlkampf für die Kommunalwahlen im März 2020 ist in vollem Gange. Nun hat auch die AfD ihre Liste aufgestellt. Es sollen 40 Bewerber und fünf Ersatzkandidaten sein. Doch wer das eigentlich ist, das will die Partei noch nicht sogleich verraten. Nur die Namen der ersten zehn Kandidaten auf der Liste wurden bisher bekanntgegeben. „Zum Schutze der Bewerber“ werden die restlichen vorerst geheim gehalten. Stellt sich die Frage, warum es bei der AfD eine Zwei-Klassen-Gesellschaft von Kandidaten gibt. Warum sind die auf den ersten zehn Plätzen antretenden Bewerber nicht schutzbedürftig? Oder haben die vielleicht im Gegensatz zu de anderen nichts zu befürchten? Seltsam ist auch, dass die AfD auf einen Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters verzichtet. Gerade die kleineren Gruppierungen nominieren in der Regel einen Kandidaten, auch wenn von vornherein feststeht, dass dieser nicht gewählt werden wird. Ein OB-Kandidat verschafft einfach mehr Präsenz in der Öffentlichkeit, was einen zusätzlichen Stadtratssitz bedeuten kann. So nominiert beispielsweise die FDP mit Jakob Schäuble einen Politikneuling für das Amt des Oberbürgermeisters, während der kommunalpolitisch erfahrene Karl Ettinger „nur“ als Stadtrat kandidiert. Auf diese Art und Weise steigert die FDP durch die OB-Kandidatur von Schäuble den Bekanntheitsgrad eines zweiten Kandidaten. Eine derartig intelligente Überlegung ist an sich der AfD auch zuzutrauen. Es könnte also durchaus andere Gründe geben, auf einen eigenen OB-Kandidaten zu verzichten. Vielleicht denkt man an eine – wie auch immer geartete – Zusammenarbeit mit einer anderen Partei im Stadtrat, deren OB-Kandidat vom Verzicht der AfD profitieren könnte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Ein ernstzunehmender Herausforderer des amtierenden Oberbürgermeisters ist zweifellos Christian Scharpf von der SPD. Er hat zwar unter dem miserablen Image seiner Partei zu leiden, sieht sich aber nicht in erster Linie als Parteisoldat sondern will Oberbürgermeister für alle Ingolstädter werden. Das kommt im bürgerlichen Lager gut an. So wird denn von interessierten Kreisen auch das Gerücht gestreut, Scharpf, der im Büro des überaus populären früheren Oberbürgermeisters Christian Ude arbeitete, sei von dessen Nachfolger ins Direktorium abgeschoben worden. Und nach verlorener Wahl in Ingolstadt müsse er schauen, dass er in München in der Stadtverwaltung wieder einen Job bekäme. Dazu hat Scharpf jetzt öffentlich erklärt: Sein Wechsel vom OB-Büro in das Direktorium der Landeshauptstadt München (dort ist er als Stadtdirektor stellvertretender Leiter des Direktoriums und Leiter einer Hauptabteilung) sei erfolgt, als Ude noch Oberbürgermeister war und im besten Einvernehmen mit Ude. Und was für Ingolstadt wirklich wichtig ist: Scharpf hat sich eindeutig festgelegt und erklärt, dass er unabhängig vom Ausgang der Oberbürgermeister-Wahl auf jeden Fall in Ingolstadt im Stadtrat mitarbeiten werde: „Ich habe mich in Absprache mit Dieter Reiter seit 01.09. beurlauben lassen, um in Ingolstadt einen ordentlichen Wahlkampf hinzulegen. Und ich werde zum Bedauern der Münchner Stadtspitze nach der Wahl in der Tat weder auf meine alte Stelle, noch auf irgend eine andere Stelle im Münchner Rathaus zurückzukehren, weil ich mich dazu entschlossen habe, künftig für meine Heimatstadt Ingolstadt Politik zu machen, an welcher Stelle auch immer.“

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