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Update: Das Ende des Ingolstädter Fernsehens

intv Foto: screenshot
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Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hat entschieden, dass die Lizenz für das Ingolstädter Fernsehen nochmals neu ausgeschrieben wird. Damit können sich alle Interessierten, also auch intv oder einzelne Gesellschafter, neu bewerben. Mehr: Hier klicken

Seit Dienstag ist es offiziell: Der Ingolstädter Fernsehsender intv stellt zum 30. Juni 2019 seinen Betrieb ein.

Die Mitarbeiter wurden zwischenzeitlich im Rahmen einer Betriebsversammlung unterrichtet. Auszubildende und Volontäre werden wohl vom Hauptgesellschafter Donaukurier übernommen, den anderen wird gekündigt. Möglicherweise wird ab 1. Juli 2019 ein anderer Fernseheranbieter Ingolstadt mit Bewegtbildern versorgen. Wer das ist, lässt sich im Augenblick noch gar nicht absehen.

Seit 1986 gibt es in Ingolstadt ein regionales Fernsehen. Ursprünglich tummelten sich einmal fünf konkurrierende Anbieter in einem kleinen Kabelnetz. Inzwischen gibt es nur noch eine Gesellschaft, die allerdings aus drei Untergesellschaften mit dem Donaukurier als Hauptgesellschafter und einigen kleinen Gesellschaftern aus der Gründerzeit besteht. Das Programm wird nicht nur im Kabel sondern auch über Satellit verbreitet.

Der Ingolstädter Sender braucht, wie alle bayerischen Fernsehanbieter, eine Lizenz, die die Bayerische Landeszentrale für neue Medien erteilt. In der Vergangenheit wurde die stets befristete Lizenz auf Antrag des Senders immer verlängert. Aber nicht im Herbst letzten Jahres. Da hatte der Sender wiederum einen Antrag auf Verlängerung gestellt, doch die Bayerische Landeszentrale für neue Medien entschied, dass die Frequenz nicht verlängert werden, sondern neu ausgeschrieben werden solle. Hintergrund der Entscheidung dürfte gewesen sein, dass der Hauptgesellschafter des Ingolstädter Fernsehens, also der Donaukurier (bzw. dessen Tochtergesellschaften) an die Passauer Neue Presse veräußert wurde. Darin sah die Bayerische Landeszentrale wohl eine relevante Veränderung der Gesellschafterstruktur. Dies hatte zur Folge, dass sich auch andere, die bisher nicht an intv beteiligt waren, für den Sendeplatz bewerben dürfen.

Der Donaukurier/die Passauer Neue Presse als Hauptgesellschafter hat nach eigenen Angaben darauf verzichtet, sich wieder um eine Lizenz für den Fernsehstandort Ingolstadt zu bewerben. Angesichts sinkender Zuschauerzahlen und einem schwierigen werblichen Umfeld sah man beim Hauptgesellschafter die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Senders für die Zukunft nicht gegeben.

Dies hätte die kleineren Gesellschafter, die überwiegend seit der Gründung von intv dabei waren, nicht gehindert, sich ihrerseits erneut um eine Lizenz zu bewerben. Doch die wussten überwiegend nichts von der neuen Ausschreibung oder gingen davon aus, dass die Geschäftsführung, wie in der Vergangenheit, einen Antrag auf Verlängerung stellen würde, der dann – wie bisher immer – genehmigt werden würde. Als den restlichen Gesellschaftern die Problematik richtig bekannt wurde, war es für eine Bewerbung zu spät. Der Hauptgesellschafter Donaukurier, der auch die Geschäftsführung von intv stellt, lud für letzten Montag zu Gesellschafterversammlungen, in denen die übrigen Gesellschafter über die abgelehnte Verlängerung der Lizenz und die zwischenzeitlich erfolgte Neuausschreibung unterrichtet wurden. Im Zeitpunkt der Gesellschafterversammlung war die Frist für eine Bewerbung, die am 17. Januar 2019 endete, bereits abgelaufen. Erst zwei Tage vor Ablauf der Frist, also am 15. Januar dieses Jahres, erfuhren die kleineren Gesellschafter von der Geschäftsführung, dass der Antrag auf Verlängerung der Lizenz abgelehnt worden sei und eine neue Ausschreibung stattfinde. Zwar war die neue Ausschreibung durch die Bayerische Landeszentrale für neue Medien im Internet veröffentlicht worden; darauf hatte aber keiner der kleineren Gesellschafter angesichts der Verlängerungspraxis der Vergangenheit geachtet. So hatten die Mitgesellschafter des Donaukurier eine „Reaktionszeit“ von zwei Tagen, um sich noch bewerben zu können. Da eine sinnvolle Bewerbung Absprachen zwischen den Gesellschaftern erforderlich gemacht hätte, hat sich wohl kein Alt-Gesellschafter beworben. Damit steht fest, dass es intv in seiner jetzigen Konstellation und mit den bisherigen lokalen Gesellschaftern ab 1. Juli 2019 nicht mehr geben wird.

Nach Mitteilung der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien sind innerhalb der Ausschreibungsfrist mehrere Bewerbungen eingegangen. Über die Bewerber wollte oder durfte die Behörde keine Auskunft erteilen. Es ist zu vermuten, dass es ausschließlich auswärtige Medienunternehmen, möglicherweise aus Augsburg, Nürnberg und Straubing sind, die in Ingolstadt Fernsehen machen möchten. Ein „Ingolstädter Fernsehen“ im bisherigen Sinne wird es dann also nicht mehr geben.

 

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