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Der Forst und der Klimawandel: Fitness dank Vielfalt!

700 Hektar Ingolstädter Stadtwald gilt es im Waldgebiet „Neuhau“ für den Klimawandel fit zu machen. Glücklicherweise setzte man dort schon in der 1980er Jahren auf „Multikulti“.

Der Schatz, den Hubert Krenzler hütet, besteht nicht aus Edelsteinen. Dafür aber aus Fichten und Buchen, aus Fauna und Flora und jeder Menge Zeit. Hubert Krenzler ist Förster und als solcher auch für die rund 700 Hektar Wald im Neuhau (bei Stammham) zuständig, die der Stadt Ingolstadt gehören. Seit 1357 ist das Gebiet Ingolstädter Stadtwald und es hat damit erhebliche politische und gesellschaftliche Veränderungen (zwischendrin wurde der Wald sogar an Ingolstädter Bürger verlost) miterlebt. Und jetzt im 21. Jahrhundert? Jetzt kommt die Herausforderung Klimawandel auf den Wald zu. Und auf Förster Hubert Krenzler.

Zusammen mit Ingolstadts Umweltreferent Rupert Ebner und Pressevertretern war Hubert Krenzler in den Neuhau vorgedrungen, um vor Ort zu erläutern, wie man den Wald nun fit für die (hitzige) Zukunft machen will. Aus dem Überschuss an Fichten (1951 waren es 98 %) wird allmählich eine gesunde Mischung – und das haben die Verantwortlichen schon früh erkannt. Bereits seit 1980 ist man „weg von der Fichte“ und mit der Zeit wird der städtische Wald umgestaltet: „Ein Wald mit nur einer Baumart ist ein Unding,“ meint Hubert Krenzler. Und so siedeln sich auf natürliche Weise – aber auch mit Hilfe der Mitarbeiter des Forstamtes – zunehmend weitere Baumarten an. Auf natürliche Weise verjüngt (also z.B. durch ausgeflogene Saat) wurden bislang knapp über 250 Hektar Wald (davon 140 ha Fichte, 100 ha Bergahorn und 15 ha Buchen). Des weiteren sind auch Birken, Zitterpappeln und andere Bäume mittlerweile im Neuhau zu finden.

Hubert Krenzler und Rupert Ebner

Angepflanzt wurden in den vergangenen 18 Jahren 185 000 Pflanzen, davon 90 000 Buchen („Das ist die Hauptbaumart im Jura“), 56 000 Eichen (Trauben- und Stieleichen) sowie 11000 Weißtannen. Hier und da trifft man in dem Waldgebiet auch auf eine der wenigen Elsbeeren, die für ein wärmeres Klima gut geeignet sind und deren Holz ganz nebenbei auch noch sehr begehrt ist. Die Zusammenarbeit von Mensch und Natur sorgt nun dafür, dass der Klimawandel möglichst wenig negative Auswirkungen auf diesen „grünen Schatz“ im Norden Ingolstadts hat. Den Wald ausschließlich sich selbst zu überlassen hätte – abgesehen davon, dass es sich ja um einen bewirtschafteten Nutzwald handelt – den Nachteil, dass sich eben wieder nur die Stärksten, also die Fichten durchsetzen würden.

So ist es das Team um Förster Hubert Krenzler, das mit Fachwissen und Leidenschaft für einen gesunden und zukunftsfähigen Wald arbeitet. Immer in dem Bewusstsein, dass man hier eine gesellschaftliche Verpflichtung hat und Entscheidungen fällt, die sich auf spätere Generationen auswirken. Die Weitsicht, mit der schon Anfang der 1980er Jahre entscheidende Weichen gestellt worden waren, lobt der heutige Umweltreferent Rupert Ebner: „Man hat hier schon vor Jahrzehnten erkannt, wohin der Weg geht und das zu einer Zeit, als noch lange nicht von Biodiversität gesprochen wurde.“

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