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Der Schatz von Dünzlau im Stadtmuseum

(hk) “Es war ein gut gehütetes Geheimnis.“ Mit glänzenden Augen erzählt Kurt Scheuerer bei seiner Führung im Stadtmuseum, was sich da im Jahre 2014 in Dünzlau zugetragen hatte. Dort wurde ein wahrhaftiger Schatz im Erdboden entdeckt. Und bis jetzt war das geheim gehalten worden.

Zwar keine Goldmünzen oder Juwelen, aber mehr als 1800 Einzelstücke mit einem Gesamtgewicht von mehr als 33 Kilo. Ans Tageslicht kam vor knapp fünf Jahren der größte spätbronzezeitliche Hortfund Süddeutschlands.

Im 13./12. Jahrhundert vor Christus haben in der heutigen Gemarkung Dünzlau Menschen eine Ansammlung von Bronze- und Kupferobjekten vergraben. Dies geschah nicht im Rahmen der Beisetzung eines Verstorbenen oder aus Furcht vor einem Überfall. Es handelt sich auch nicht um die Reste einer früheren Siedlung. Die Gegenstände waren vielmehr bewusst gesammelt und vergraben worden, um sie zu recyceln. Das Material sollte später eingeschmolzen und wieder verwendet werden. Aus ungeklärten Gründen ist es dazu aber nie gekommen. Zum Glück für die Nachwelt, die aus den Fundgegenständen Schlüsse über das Leben in der späten Bronzezeit ziehen kann.

Die gefundene Ansammlung reicht von alltäglichen Gegenständen wie zum Beispiel Sicheln, Beilen und Messern über Schmucknadeln und qualitativ hochwertigen Arm- und Beinschmuck, Schwertern und Lanzenspitzen bis hin zu wertvollem Rohkupfer in Form von Gusskuchen. Nahezu alle Gegenstände sind zerbrochen oder verschlissen. Sie stammen aus verschiedenen Regionen Süddeutschlands und weisen den Hort im heutigen Dünzlau als ein Metalllager aus.

Welche Fundstücke faszinieren Kurt Scheuerer besonders? Er deutet auf eine in der Glasvitrine des Stadtmuseums gut sichtbar ausgestellte zerbrochene Gussform und daneben die Reste eines ebenfalls beschädigten Beils. „Es ist gut denkbar, dass dieses Beil mit der Gussform hergestellt wurde.“

Wer sich einen Eindruck davon verschaffen möchte, zu welchen handwerklichen und künstlerischen Leistungen die Menschen vor mehr als 3000 Jahren schon fähig waren, der sollte das Stadtmuseum ansteuern. Und Kurt Scheuerer freut sich, sonntags am Nachmittag den Freunden der heimatlichen Geschichte die Funde näher zu bringen.

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