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Die Landesvater Morgana von Ingolstadt

Warum es gut sein kann, dass Markus Söder doch bei der Eröffnung des Audi Bahnhalts war, obwohl er es nicht gewesen ist.

Stell Dir vor, Du hast etwas gesagt, was Du gar nicht gesagt hast, weil Du gar nicht da warst, als Du es gesagt haben sollst. So in etwa ist es Ministerpräsident Markus Söder am Montag gegangen. Da sollte er eigentlich bei der Eröffnung des Bahnhofs „Ingolstadt Audi“ feierlich das Band durchschneiden und auch einige Worte sagen. Aber ein sehr kurzfristig anberaumter, offenbar äußerst wichtiger Termin, zwang den „MP“ zur Absage seines Einsatzes in Ingolstadt.

Das war wiederum zu kurzfristig für die PR-Abteilungen von Bahn und Audi. Die Journalisten bekamen die vorbereiteten Pressetexte inkl. Minister-Statement in die Hand gedrückt. Das ist auch kein Problem, denn wer vor Ort war, wusste ja Bescheid. Außerdem ist man als Berichterstatter dankbar für ordentlich vorbereitete Informationen und weiß, wie viel Arbeit darin streckt. In fünf Minuten ist das nicht aktualisierbar. Gesagt hätte Markus Söder – laut Pressemitteilung – jedenfalls folgendes zum neuen Bahnhof (auch wenn er es nicht gesagt hat, aber der Ordnung halber wollen wir das nun veröffentlichen):

„Komfortabel und umweltfreundlich zur Arbeit: Geschätzte 3000 Fahrgäste werden hier täglich ein- und aussteigen. Im Miteinander zwischen Bahn, Freistaat, Stadt Ingolstadt und Audi haben wir mit dem neuen Bahnhalt Ingolstadt Audi eine deutliche Qualitätsverbesserung für die Audi-Mitarbeiter erreicht. Bayern ist Bahnland. Darum haben wir im vergangenen Jahr 145 Millionen Euro in die Bahninfrastruktur in Bayern investiert.“ Soweit der Ministerpräsident. In der Theorie. Praktisch ist das Statement somit unter dem berühmten Tisch gefallen, was auch keine große Tragödie ist.

Nun aber wurde nach dem Termin wie üblich die Pressemitteilung von Audi an alle „angeschlossenen Funkhäuser“ und Medien geschickt – auch die, die nicht da waren, aber über den Presseverteiler auf dem aktuellen Stand gehalten werden wollen. Leider war am vorbereiteten Text nichts geändert worden, und so wurde der Audi Bahnhalt „im Beisein des Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder“ eröffnet. Man konnte selbiges noch um am Abend im Audi Mediacenter so nachlesen. Dass nun Medien, die nicht vor Ort sein konnten, diese Mitteilung auch so übernahmen (etwa das Nürnberger Blatt) verwundert nicht. Es mag also vorkommen, dass Markus Söder doch da war. Je nachdem, wo Sie sich informiert haben.

Andererseits: Wer nicht da ist, kann auch nichts falsch machen. Manchmal möchte man das, was man vor Ort sagt, gar nicht so genau dokumentiert wissen. Als Ronald Pofalla in seiner Rede bei der Audi Bahnhalt Eröffnung plötzlich „hier in Nordrhein-Westf….“ sagte, ging sofort ein Raunen, wenn nicht gar ein „Raunzen“ durch die Schar der geladenen Gäste. Der CDU-Politiker reagiert prompt: „Ich gestehe Ihnen zu: der Freistaat Bayern ist die Nummer eins.“ Puh. Gerade noch gerettet. Auch ohne PR-Abteilung.

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