Fast wie bei Harry Potter

V.l.: Beatrix Schönewald, Sascha Römisch und Dominik Eckerlein vor dem “lebenden Bilderrahmen”

Adam Weishaupt im „lebenden Bilderrahmen“ im Ingolstädter Stadtmuseum

Eine dieser richtig coolen „Erfindungen“ in der Welt von Harry Potter sind diese Bilderrahmen, in denen sich die Gemälde bewegen. Und so ein Erlebnis beschert das Ingolstädter Stadtmuseum seinen Besuchern ab sofort.

„Gestatten Weishaupt, Gründer der legendären Illuminaten…“ erschallt es ganz plötzlich. Hoppla. Ein Bild, das sprechen kann? Erste „Testpersonen“ reagierten überrascht – und das soll ja auch genauso sein. In dem Ausstellungsraum, in dem es auch um die Illuminaten geht, ist nun Adam Weishaupt „persönlich“ zu sehen und zu hören. Der Schauspieler Sascha Römisch hat sich in den Gründer der Vereinigung verwandelt, der von seinem Leben, dem Orden und dessen Verbot berichtet. Und weil gerade das Frankenstein-Jubiläumsjahr endet, geht es auch darum, was der Geheimbund mit dem Roman von Mary Shelley zu tun hat. „In Ingolstadt haben wir nur wenige Zeugnisse der Illuminaten. Die Speerspitze des Ordens saß in München,“ betonte Museumsdirektorin Dr. Beatrix Schönewald bei der Pressevorstellung des „Lebenden Bilderrahmens.“ Mit diesem neuen, interaktiven „Ausstellungsstück“ könne nun eine wesentliche thematische Lücke geschlossen werden, die nicht mit Exponaten gefüllt werden kann.

„Ich hab es bisher nur auf dem Handy gesehen,“ erklärte Weishaupt-Darsteller Sascha Römisch beim Pressetermin und schmunzelte: „Es fällt nicht aus dem Rahmen.“ Technisch umgesetzt hat das Projekt die Firma „Gepixelt“ aus Ingolstadt. „Wir haben zwei Aufnahmen gemacht und alle waren perfekt,“ erklärte Dominik Eckerlein, Geschäftsführer der Gepixelt GmbH. Um der Aufnahme den richtigen „Look“ zu verpassen, orientierten sich die Medienprofis an einem Gemälde von 1840 während das Stadttheater die passende Kleidung beisteuerte. „Den größten Aufwand bedeutete die Mediensteuerung und die Suche nach einem Monitor, der 24 Stunden läuft und nicht reflektiert.“

Wenn es nach Beatrix Schönewald geht, könnte es in Zukunft durchaus weitere „lebende Bilderrahmen“ geben – etwa mit einer Isabeau de Bavière als Hauptperson. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Jetzt ist erst mal Adam Weishaupt an der Reihe. Und so hört man im Stadtmuseum immer öfter den Ausruf „Huch, es lebt!“ Ganz im Sinne Frankensteins.