Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Hässliche Fratze der AfD – nicht in Ingolstadt?

Wie verhält sich die Ingolstädter CSU gegenüber der AfD?

Mit deutlichen Worten distanzierten sich Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann kürzlich von der AfD. Deren Kreisverband München-Land hatte ein Bild des gerade (einstimmig) gekürten Nürnberger Christkindes Benigna Munsi veröffentlicht und darunter geschrieben: “Nürnberg hat ein neues Christkind. Eines Tages wird es uns wie den Indianern gehen.” Mit diesem Post diffamierte die AfD die 17-Jährige, die in Deutschland geboren ist und eine deutsche Mutter und einen indischen Vater hat. “Hier begegnet uns die hämische Fratze des Rassismus, den die AfD als ihre Geisteshaltung immer gern leugnen möchte”, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Ministerpräsident Markus Söder twitterte: “Diese Hetze dürfen wir nicht zulassen” und nannte die AfD-Aktion ein “schäbiges Verhalten”. Die CSU zeigt also auf Landesebene klare Kante.

In Ingolstadt sieht man die Dinge anscheinend anders: Da werden die lokalen Vertreter der AfD im Stadt- oder Bezirksrat verharmlost. Die seien gar nicht so schlimm, heißt es und mancher lokale CSU-Repräsentant meint gar, die würden eigentlich der CSU sehr nahe stehen. Im Gegensatz zur Parteispitze geht die CSU in Ingolstadt im wahrsten Sinne des Wortes sogar auf die AfD zu, um mit ihr die (durch Parteiaustritte bei sich und den Freien Wählern) verlorene Mehrheit im Stadtrat wieder herzustellen. So erhob sich in der letzten Stadtratssitzung Albert Wittmann von seinem Platz auf dem Podium (er sitzt neben dem Oberbürgermeister ganz vorn) und ging zu AfD-Stadtrat Ulrich Bannert. Mit ihm redete er einige Minuten intensiv und dann stimmte Bannert, der offensichtlich vorher anderer Meinung war, mit der CSU. Die konnte so eine (recht komfortable) Toilette im Spielpark Peyerl verhindern, für die insbesondere die frühere CSU-Stadträtin Dorothea Soffner (jetzt UDI) gekämpft und sie im Jahre 2017 gegen den Willen der CSU durchgesetzt hatte. Der damalige Stadtratsbeschluss wurde einfach nicht vollzogen und jetzt mit Hilfe der AfD gekippt. So konnte die CSU gegenüber der abtrünnigen Stadträtin ihre Macht demonstrieren. Wenn die Ingolstädter CSU schon bei Toiletten den Schulterschluss mit der AfD sucht, dann steht uns im nächsten Stadtrat, in dem Bannert und seine Gesinnungsgenossen vermutlich mehr als ein Mandat haben werden, Schlimmes bevor. Dann dürfte die CSU auch nicht davor zurückschrecken, ihr (und der AfD!) genehme Personen für das Amt den zweiten und dritten Bürgermeister und Referentenposten mit Hilfe der AfD gegen den Willen von SPD, Grünen oder Bürgergemeinschaft durchzudrücken.

Kommentare sind deaktiviert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen