Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Hat der schmutzige Wahlkampf schon begonnen?

Im März 2020 wird der neue Stadtrat und Oberbürgermeister gewählt. Steht uns ein schmutziger Wahlkampf bevor?

In der CSU befürchten einige, allen voran Oberbürgermeister Christian Lösel, dass es einen schmutzigen Kommunalwahlkampf geben könne. Berichtet wird von angeblichen konspirativen Treffen der Oppositionsparteien, bei denen beschlossen worden sei, politische Gegner, insbesondere die Kandidaten der CSU, auszuspionieren und persönlich anzugreifen.

Doch während SPD, Grüne und Bürgergemeinschaft den Wahlkampf noch gar nicht richtig eröffnet haben, leistete sich die CSU in Gestalt von Albert Wittmann bereits in der letzten Stadtratssitzung den Fauxpas, den OB-Kandidaten der SPD, Christian Scharpf, als “Import aus München“ zu bezeichnen, wissend dass Scharpf in Ingolstadt aufgewachsen ist und hier einen Wohnsitz hat.

Eines eigenartigen Tones befleißigt sich auch einer, von dem man dies nicht erwarten sollte: Hans-Joachim Hof, Vizepräsident der THI. Er ist Stadtratskandidat der CSU und heftig auf Facebook unterwegs. Für mehrere Posts an einem Tag ist der Professor immer gut. Und seine Meinungsäußerungen haben es in sich: Die Diskussionen in der SPD, wer für Andrea Nahles in den Bundestag nachrücken könnte, kommentiert er wie folgt:
„Meine Güte, was für ein Theater! Kann die SPD nicht in Anstand, Ruhe und Frieden sterben?“

Und weil die Umfragewerte für die Sozialdemokraten sinken, fühlt sich Hof zu folgender Bemerkung veranlasst: „Die SPD im Todeskampf. Personal wie inhaltlich am Ende. Sieht man auch sehr gut in Ingolstadt.“

Nachdem die Grünen über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleisch nachdenken, wird der CSU-Stadtratskandidat mit folgenden Worten deutlich: „Die Grünen zeigen wieder ihre hässliche Fratze: nach dem Veggie-Day jetzt die Fleischsteuer – die Grünen sind eben DIE Verbotspartei schlechthin. Wer grün wählt, wählt Ökosozialismus!“

Die Wortwahl, die den Stadtratskandidaten der CSU auszeichnet, lässt vermuten, dass politische Anstand bei der CSU im Kommunalwahlkampf klein geschrieben wird. Da hilft es auch nichts, davon abzulenken, vorab schon auf die politischen Gegner zu zeigen und diesen einen schmutzigen Wahlkampf zu unterstellen.

Abgesehen von der Wortwahl des Kandidaten stellt sich auch die Frage, wo er politisch zu verorten ist. Bemerkenswert ist, dass er einen Beitrag in der online-Zeitung „Tichys Einblick“, den ein CSU-Mitglied bei Facebook fleißig teilt, also verbreitet, “geliked“ hat. In dem Beitrag dieses Mediums wird der italienische Innenminister Salvini (Chef der rechten Lega) mit den Worten zitiert: „Richard Gere soll Flüchtlinge im Privatjet nach Hollywood mitnehmen.“ Es geht dabei um Bootsflüchtlinge im Mittelmeer. Hans-Joachim Hof, der hochqualifizierte Wissenschaftler, schwimmt hier wohl im seichten Wasser des Rechtspopulismus. Ist das die neue Ausrichtung der Ingolstädter CSU im künftigen Stadtrat?

Kommentare sind deaktiviert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen