Ingolstadt bekommt ein Zentrum für Künstliche Intelligenz

v.l.n.r.: Alfred Grob (MdL), Martin Wild (MediaMarktSaturn), Dr. Reinhard Brandl (MdB), Prof. Dr. Walter Schober (Präsident Technische Hochschule Ingolstadt), Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel, Prof. Dr. Gabriele Gien (Präsidentin der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt), Peterr Kössler (Vorstand der AUDI AG Produktion und Logistik), Monika Röther (Geschäftsführerin Klinikum Ingolstadt), Prof. Dr. Gordon Elger (design. Leiter Fraunhofer-Anwendungszentrum)

Gemeinschaftsprojekt von THI, KU, Klinikum, Audi, MediaMarktSaturn, Fraunhofer Gesellschaft und Wissenschaftsministerium

„Sie werden erleben, dass ein OB immer Wünsche hat!“ Mit diesen Worten begrüßte Oberbürgermeister Christian Lösel den frisch gebackenen Landtagsabgeordneten Alfred Grob zu dessen erstem offiziellen „Einsatz“ im Historischen Sitzungssaal des Alten Rathauses. Anstelle von Wünschen konnte der OB in diesem Fall der Öffentlichkeit ein vorweihnachtliches Geschenk präsentieren: In Ingolstadt steht ein Zentrum für Künstliche Intelligenz kurz vor der Gründung.

Eine treibende Kraft hinter dem Projekt ist THI-Präsident Prof. Dr. Walter Schober, der den Aufbau und die Zielsetzung der Forschungszentrums erläuterte. „Das Thema Künstliche Intelligenz ist zwar in Deutschland entwickelt worden, aber Nationen wie die USA und China spielen noch eine Vorreiterrolle. In Ingolstadt wollen wir einen Beitrag dazu leisten, diese Vorreiterrolle wieder nach Deutschland zu holen.“ Ausgangspunkt für das Projekt war der Entschluss des bayerischen Ministerrats, im Rahmen einer bayernweiten Aktion auch an der Technischen Hochschule Ingolstadt fünf Forschungsprofessuren zum Thema Künstliche Intelligenz aufzubauen. Zusätzlich zu diesen staatlich finanzierten Professuren kommen nun sieben weitere dazu, die von der KU Eichstätt-Ingolstadt, der Stadt Ingolstadt, dem Klinkum Ingolstadt, der AUDI AG, MediaMarktSaturn und der Fraunhofer Gesellschaft gestiftet und die künftig in dem Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz zusammengefasst werden. „Der Erfolg einer Region hängt davon ab, ob Wissenschaft, Kommunen und Wirtschaft zusammen arbeiten,“ so Schober. „Wir haben dann mit 22 Wissenschaftlern eine Schlagkraft, mit der wir intensiv Arbeiten können.“ Das Zentrum, das an Anwendungen von Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen unter anderem in den Bereichen Mobilität, Handel und Gesundheit forschen wird, verfolgt den Anspruch, die Forschungsergebnisse in gesellschaftlich relevante Produkte bzw. Produktionsmethoden sowie im Anschluss mit auch in Unternehmensgründungen zu überführen. In Bezug auf die gesellschaftlichen Auswirkungen der KI-Technologien wird dies durch Grundlagenforschung ergänzt.  Mit der Gründung als gGmbH soll die Gesellschaft die relevanten Akteure in der Region, die zu diesem Thema einen Beitrag liefern können, zusammenführen.

Prof. Dr. Gabriele Gien, Präsidentin der Katholischen Universität Eichstatt-Ingolstadt, betonte, dass ihre Universität gerade den Aspekt der am Menschen orientierten digitalen Gesellschaft in diesem Firschungszentrum untersuchen werden, etwa die Auswirkungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz auf das Lern- und Kommunikationsverhalten. Audi Produktions-Vorstand Peter Kössler erklärte, dass das intelligente, vollvernetzte, autonome Fahren das Ziel sei und Kpnstliche Intelligenz auch bei der Produktion zum Einsatz komme. „Uns ist bewusst, dass Künstliche Intelligenz im Gesundheitssektor sehr skeptisch betrachtet wird,“ meinte Klinikums Geschäftsführerin Monika Röther. Sie solle den Arzt oder Pfleger auch nicht ersetzen, könne aber bei der Diagnostik und Früherkennung sehr stark helfen. Martin Wild (Cheif Innovation Officer bei MediaMarktSaturn) ging auf die Veränderungen im Handel durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz ein: „Wir werden maßgeschneiderte, personalisierte Angebote ermöglichen.“ Außerdem seien künftig eine bessere Sortiment-Planung, Preisgebung und sogar eine vorausschauende Diebstahlerkennung durch KI möglich. Für die Fraunhofer Gesellschaft sprach der designierte Leiter des Fraunhofer Anwendungszentrums in Ingolstadt, Prof. Dr. Gordon Elger, von Synergieeffekten, die sich durch das neue Forschungszentrum mit den Kernkompetenzen der Fraunhofer Gesellschaft ergeben. Und OB Christian Lösel meinte abschließend: „Das Zentrum ist ein einzigartiges Signal an unsere Stadtgesellschaft.“

Seinen Sitz wird das Zentrum im Aufbau zunächst in bestehenden Räumlichkeiten der THI haben. Später ist eine Unterbringung im Digitalen Gründerzentrum geplant. Die Gesellschaftsgründung erfolgt im ersten Quartal 2019, anschließend findet die Ausschreibung der vorgesehenen Professuren statt. Für einen zügigen Start der Forschungsarbeiten beginnt die Arbeit des Zentrums parallel zu den Berufungen mit bereits bestehenden Personalressourcen der Hochschulen.