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Knut Weber plant Bürgerbühne!

Intendant Knut Weber möchte den geplanten Neubau der Kammerspiele als lebendiges, quirliges Bürgertheater, als eine Bühne für alle Bürger, verstanden wissen. Auf der sollen auch Bürger selbst Theater spielen.

Intendant analog mit klassischem Füllfederhalter
Intendant Knut Weber plant eine Bürgerbühne. Foto: hk

Kammerspiele – das klingt nach intellektueller Elite, einem Theaterbau für gut betuchte Bildungsbürger. Doch da widerspricht der Intendant des Ingolstädter Stadttheaters, Knut Weber, heftig. Er will aus dem Theaterneubau – Kammerspiele genannt – eine Bürgerbühne machen. Hier sollen sich alle Gesellschaftsschichten wiederfinden, die Bürger im wahrsten Sinn des Wortes “mitspielen”. Im Interview erläutert er sein Vorhaben:

Herr Weber, bei der Bürgerbeteiligung am 31. Januar im Lechner-Museum zu den geplanten Kammerspielen sprachen Sie von einem „Bürgertheater“. Was genau ist darunter zu verstehen?

Knut Weber: Bürgertheater ist das Gegenteil von einem elitären Theaterbegriff, der nur um sich selber kreist. Die Kammerspiele sollen nach meinen Vorstellungen ein Ort werden, der ein kultureller Treffpunkt für viele Menschen ist mit einer hohen Aufenthaltsqualität. Wir sind derzeit im Aufbau einer Bürgerbühne – das heißt, wir präsentieren ein Angebot für Bürgerinnen und Bürger, selber Theater zu spielen, aber unter professioneller Anleitung und unter professionellen Bedingungen. Mit unseren generationsgemischten Spielclubs gehen wir ja jetzt schon in diese Richtung.

Dem Theater wird ja mitunter vorgeworfen, ein Ort nur für Eliten zu sein.

Also unsere Arbeit kann damit nicht gemeint sein. Wir haben den Künettegraben bespielt und Hochhaus-Dächer, das Dach der Audi-Entwicklung, den Theaterplatz und das Donau-Ufer, wir haben im ganzen Haus eine gigantische Tanznacht veranstaltet und den Futurologischen Kongress mit fast 15.000 Besuchern. Wir machen die Mai-Sause auf dem Theaterplatz und seit Jahren den Abend „sleepless“ auf dem Parkdeck am Nordbahnhof und in diesem Frühjahr reisen wir mit unserer mobilen LKW-Bühne in die Vororte der Stadt und spielen dort auf – also das ist das Gegenteil von elitär, ganz zu schweigen, von der Arbeit des Jungen Theaters und der Theatervermittlung im Konradviertel und anderswo.

Und wofür stehen die Kammerspiele, also der neue Bau?

Ohne Kammerspiele keine Sanierung von Festsaal und Theater. Saniert werden muss zügig – das ist unstrittig. In Ingolstadt gibt es keine Brachflächen oder leerstehende Fabrikhallen, wie etwa in Augsburg. Und ein provisorisches Zelt kostet Millionen und ist nicht nachhaltig. Wir brauchen dringend Platz und Arbeitsflächen, Probebühnen und einen Saal für ca. 250 Zuschauer. Während der Sanierung soll dort dann gespielt werden, nach der Sanierung wird der Theatersaal und eine bespielbare Probebühne das marode Kleine Haus ersetzen und eben als Bürgerbühne breiten Bevölkerungsgruppen zur Verfügung stehen. Auch die Jugendclubs können dort eine Heimat finden. Es soll ein lebendiges quirliges Haus werden, das die Altstadt nicht nur am Abend belebt.

Was wird mit dem Jungen Theater?

Die Gegenwart ist eine riesige Erfolgsgeschichte, die Zukunft unklar. Das Junge Theater hat über 35000 Besucher im Jahr und ist gleichzeitig auf kleinere Spielstätten angewiesen. Ob die derzeitige Werkstatt für das Theater erhalten bleibt, wissen wir nicht, vielleicht muss dort die Klimatechnik für den Hämer-Bau installiert werden.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

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