Linz leuchtet – Ingolstadt bald auch?

Das Ars Electronica Center in Linz ist vor allem nachts beeindruckend.

Zwei Bauten werden in Ingolstadt demnächst am nördlichen Donauufer errichtet: Die Kammerspiele und das Digitale Gründerzentrum neben dem Kavalier Dallwigk. Kann Linz dafür ein Vorbild sein?

Eine Delegation des Ingolstädter Stadtrats reist am kommenden Wochenende nach Linz, um sich die Stadt, insbesondere aber das weltberühmte Ars Electronica Center, anzusehen. Der tagsüber eher nüchterne Bau, der an einen Frachtkahn erinnern soll, beherbergt das Ars Electronica Center, ein “Museum der Zukunft”, das zwar weit über das in Ingolstadt geplante Digitale Gründerzentrum hinausgeht, aber inhaltlich verwandt ist. Das nachts spektakuläre Farblichtspiele liefernde, weithin  sichtbare, Bauwerk hat am anderen Donauufer einen “architektonischen Verwandten”: das Lentos Museum, das tagsüber durch einen offenen Bereich den Blick zur Donau gestattet und nachts in blauem Licht wie ein Zwilling des Ars Electronica Centers leuchtet.

Das Lentos Museum leuchtet nachts in kräftigem Blau …
…tagsüber blickt man durch das Gebäude auf die Donau …
…und wird durch eine verspiegelte Decke irritiert, die alles größer erscheinen lässt.

Warum fährt der Stadtrat dorthin? Zunächst geht es um das, was das Ars Electronica Center inhaltlich bietet. Aber natürlich auch um die Architektur. Vielleicht lassen sich die Stadträte von den Linzer Farblichtspielen und der Architektur inspirieren und zeigen dann auch in Ingolstadt ein wenig Mut, wenn auch hier am Donauufer zwei wichtige Gebäude, das Digitale Gründerzentrum und die Kammerspiele in exponierter Lage errichtet werden. Ohne Linz billig kopieren zu wollen, sollte doch auch in Ingolstadt einmal mehr als unauffällige Gebrauchsarchitektur entstehen.

Am Tage empfindet der Betrachter das Ars Electronica Center als zurückhaltende Architektur; es soll an einen Donaufrachtkahn mit Aufbau und Vorderschiff erinnern.
Der vordere Teil des “Schiffes” musste unter den Pegel der Donau abgesenkt werden, damit der Blick auf die Kirche erhalten bleibt. Alt und Neu wurden hier mutig nebeneinander gestellt. Welches Geschrei würde da wohl in Ingolstadt anheben?

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