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SPD macht sich für Regio Bahn Ingolstadt stark

Groß denken und sich nicht in einem klein-klein verzetteln. Das fordert die Ingolstädter SPD mit Blick auf den Öffentlichen Nahverkehr. Eine Regio Bahn für Ingolstadt und das Umland ist das entsprechend groß gedachte Ziel der Genossen. Ingolstadt müsse dabei stärker seine Rolle als „Regiopole“, also Zentrum einer ganzen Region wahrnehmen, meinte OB-Kandidat Christian Scharpf und fügte bei der Vorstellung der Regio Bahn Idee hinzu: „Die letzten Jahre waren vertane Zeit!“

Ein verdichtender Ballungsraumverkehr auf den Gleisen der Deutschen Bahn – dieser Wunsch ist nichts Neues und sowohl die Stadt als auch verschiedene Parteien haben ihn aufgegriffen. Das ist auch der SPD klar. Und im Verkehrsentwicklungsplan von 2017 ist davon als „kurzfristige Maßnahme 1. Priorität“ die Rede. Aber Absichtserklärungen und Willensbekundungen sind dem OB-Kandidaten und insbesondere dem Bahnexperten Manfred Meier vom Arbeitskreis Verkehr der SPD zu wenig konkret. Die SPD Ingolstadt fordert eine konsequente Aufnahme von Planungen zur Schaffung einer Regio Bahn Ingolstadt. Dafür haben sie auch schon vorgearbeitet – bis hin zum Logo für die Regio Bahn.

Manfred Meier und Christian Scharpf mit den Regio Bahn Ingolstadt Logo

Manfred Meier erläuterte im Rahmen der Pressekonferenz, wie sich die SPD die Realisierung einer Regio Bahn Ingolstadt vorstelle. Dazu wurde u.a folgende Linienstruktur erarbeitet:

Linie 1: Schrobenhausen – IN Hbf. – IN Nord – AUDI – Eichstätt
Linie 2: Neuburg – IN Hbf. – IN Nord – AUDI – Gaimersheim (ggf. Donauwörth)
Linie 3: Saal/Do. – Neustadt/Do. – IN Hbf. – IN Nord – AUDI – Gaimersheim
Linie 4: Pfaffenhofen – IN Hbf. – IN Nord – AUDI – Gaimersheim

Bei einem 30-Minuten-Takt wären etwa 30 bis 35 Triebwagen erforderlich, so die Berechnungen der SPD Experten. Ein solches Konzept komme ohne größere Baumaßnahmen nicht aus, denn die teilweise eingleisigen Stecken müssten entsprechend ausgebaut werden, vor allem die Verbindungen nach Pfaffenhofen und Saal. Auch neue Haltepunkte wie z.B. an der Saturn Arena oder der THI wären sinnvoll. Ein echter Knackpunkt sei dabei die Verbindung zwischen Hauptbahnhof und dem Ingolstädter Nordbahnhof über die Donau. Bei einem 30-Minuten-Takt wäre der Bau eines vierten Gleises (inkl. der notwendigen Brücke) unabdingbar, heißt es im Konzept der SPD. Ein problemloser Regio Bahn Takt ohne zusätzliche Baumaßnahmen sei unter den aktuellen Bedingungen nur auf der Strecke Ingolstadt – Eichstätt möglich. Inwieweit eine Erschließung des IN-Campus über das frühere Eriag-Gleis Sinn mache, hinge vom Verkehrsbedürfnis für diese Campus ab. Eine Bahnerschließung zum Audi Sportpark hält Manfred Meier für nicht sinnvoll.

Grundsätzlich sei bei diesem Projekt eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbarlandkreisen und Gemeinden unumgänglich – und zwar auf Augenhöhe. Man könne sich dazu die Gründung eines Zweckverbands vorstellen, außerdem sollte ein zentrales Management das Projekt steuern. Und natürlich müssten auch die übrigen öffentlichen Verkehrsmittel – auch eine mögliche Seilbahn im Westen Ingolstadts – in die Planungen einbezogen werden. Denn eines stehe auch fest: Der Bus wird weiter das Hauptverkehrsmittel des ÖPNV bleiben. Der Idee einer Straßenbahn, die z.B. durch die Altstadt führen könnte, sah OB Kandidat Christian Scharpf dagegen kritisch. Hier hätten die schlechten Erfahrungen mit der Nord-Süd-Ache bereits gezeigt, dass das nicht funktioniere.

Eine Aussage über die Kosten einer Regio Bahn Ingolstadt wollte man bei der SPD nicht machen, denn diese könnten erst nach einer Potentialuntersuchung und einer daraus resultierenden Machbarkeitsstudie seriös eingeschätzt werden. Aber: „Der Finanzierungsaufwand wird sehr hoch sein,“ meinte Manfred Meier. Grundsätzlich müsse die Finanzierung über eine Projektgruppe im Zweckverband und durch die Akquise von Fördermitteln von Bund und Ländern erfolgen. „Das wird keine einfache Sache,“ meinte Christian Scharpf, „und das wird auch in einer Amtszeit nicht realisierbar sein.“ 15 bis 20 Jahre würde die Realisierung einer Regio Bahn Ingolstadt wohl dauern. Nichtsdestotrotz meinte Christian Scharpf mit Blick auf den OB-Posten in Ingolstadt: „Nach der Wahl geht’s sofort los!“

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