Vollelektrischer, individueller Personennahverkehr

Individuelle Einstiegspunkte. Foto: MOIA
Individuelle Einstiegspunkte. Foto: MOIA

(hk) Löst MOIA die Probleme des öffentlichen Personennahverkehrs? Ein Konzept des VW-Konzerns könnte auch für Ingolstadt interessant sein.

90 Prozent der deutschen Berufspendler fahren allein im Fahrzeug. Somit bleiben fast immer bis zu vier Plätze im Auto frei. Gemeinsames Fahren könnte dazu beitragen, dass der Verkehr auf den Straßen abnimmt. Das meinen mehr als 80 Prozent der Deutschen. Doch nicht immer entspricht das Streckennetz des öffentlichen Personennahverkehrs den Bedürfnissen der Pendler oder sonstiger Reisender.

MOIA in Hamburg. Foto: MOIA
MOIA in Hamburg. Foto: MOIA

Nun möchte Volkswagen die Lücke zwischen dem öffentlichen Personennahverkehr und dem Individualverkehr schließen. Ridesharing heißt das Zauberwort. Dabei bestellt sich der Kunde ein Fahrzeug, in dem er dann zusammen mit anderen zu seinem Ziel fährt.

Im Einzelnen: Der Kunde lädt sich eine Smartphone-App herunter. Dort gibt er seinen Standort und sein Ziel ein. Das System bedient dann Fahrtanfragen verschiedener Personen, die in eine ähnliche Richtung unterwegs sind. Über einen Algorithmus werden diese miteinander kombiniert, die Routen geplant sowie Fahrt- und Ankunftszeit individuell berechnet. Durch die Bündelung von Einzelfahrten wird der Straßenraum effizienter genutzt. Das ist der Gedanke, der dahinter steht.

Für dieses anspruchsvolle Projekt hat Volkswagen eine Tochterfirma gegründet: MOIA. Seit Sommer 2018 fahren für MOIA Fahrzeuge von Volkswagen in Hannover. Nunmehr folgt mit Hamburg die erste Millionenstadt. Dort läuft jetzt die finale Testphase auf öffentlichen Straßen mit zehn Fahrzeugen und Schulung der Fahrer. Ab April 2019 soll es dann mit 100 Fahrzeugen und 250 Fahrern richtig losgehen. Schrittweise soll die Anzahl der Fahrzeuge auf 500 steigen. Es werden dann mehr als 1500 Fahrer im Einsatz sein und das Bediengebiet wird 300 km² umfassen.

Die eingesetzten Fahrzeuge von Volkswagen sind mit 6 m Länge etwas größer als ein normaler Pkw, aber deutlich kleiner als ein Bus. Sie fahren vollelektrisch und haben eine Reichweite von mehr als 300 km. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 90 km/h. Innerhalb von 30 Minuten lassen sie sich auf 80 % der Gesamtkapazität aufladen. Alle Fahrzeuge wurden in der Farbe „Maya-gelb“ lackiert.

Es stellt sich die Frage, ob Ingolstadt groß genug ist, um Ridesharing auch hier zu etablieren. Mit Audi und Volkswagen wären die kompetenten Partner vorhanden.