Weltklasse trifft Provinz

Kavalier Dalwigk

In den Debatten im Ingolstädter Stadtrat und den Ausschüssen um das Digitale Gründerzentrum beim Kavalier Dalwigk geht es um Höhenentwicklung, Sichtachsen und die Größe des Baukörpers. Die Bedenkenträger, von sich, ihren vermeintlichen architektonischen Kenntnissen und dem eigenen Geschmack überzeugt, nehmen sich unglaublich wichtig und setzen der Kreativität der renommierten Architekturbüros nur Grenzen. Werden die Stadträte, Verwaltung, Denkmalschutz und Gestaltungsbeirat dem Niveau der beauftragten Architekten gerecht oder verhindert provinzielle Engstirnigkeit einen großen Wurf? Die beauftragten Architekten haben einen exzellenten Ruf: Immerhin hat das Münchner Büro Falk von Tettenborn das “Grünste Gebäude der Welt” errichtet und Gina Barcelona Architects sind gleichfalls weltweit erfolgreich unterwegs. Hier trifft Weltklasse auf Provinz.

In München steht nicht nur ein Hofbräuhaus sondern auch das “Grünste Gebäude der Welt”. “Grüner geht nicht” titelte die Süddeutsche Zeitung, als in Schwabing das nachhaltigste Bürogebäude der Welt ausgezeichnet wurde. Der Architekt: Falk von Tettenborn, der auch das Digitale Gründerzentrum bauen soll. Weltweit ist das Architekturbüro erfolgreich unterwegs (dazu: http://www.tettenborn.net/)

Bei dem ausgezeichneten Bürogebäude handelt es sich um das NUOFFICE MUNICH (dazu:http://www.tettenborn.net/331_nuoffice.html).

Den Artikel der Süddeutschen Zeitung finden sie hier: http://www.tettenborn.net/img/publications/2013-06-03-NuOffice-SZ-artikel.pdf

Vielleicht kommen die Grünen im Stadtrat ja mal auf die Idee, die ökologischen Aspekte des Gebäudes ins Zentrum des Interesses zu rücken. Und den Sozialdemokraten sei der “Wolkenbügel” in Erinnerung gerufen: Wurde da auch so um Höhenentwicklung, Bauvolumen und Sichtachsen debattiert? Oder spielte das damals keine Rolle, weil es der von der SPD favorisierte Entwurf war?

Natürlich verweist die Homepage der Architekten auch auf das Digitale Gründerzentrum in Ingolstadt:

http://www.tettenborn.net/535_ingolstadt.html

Wer sich einen eigenen Eindruck von Falk von Tettenborn verschaffen möchte, dem sei dieses Video empfohlen:

 

Nicht minder prominent und dekoriert ist das spanische Büro Gina Barcelona Architects, das zusammen mit den Münchner beauftragt wurde. Projekte auf der ganzen Welt beweisen unter anderem: Die können Fassade. Einige Beispiele:

Projekte

http://www.ginabarcelona.com/en/projects

Fassaden:

http://www.ginabarcelona.com/en/project/coslada-municipal-library#.Wqa8VWrOXIU

http://www.ginabarcelona.com/en/project/radio-nacional-de-espana-headquarters-in-22#.Wqa8hmrOXIU

http://www.ginabarcelona.com/en/project/law-courts-in-sant-boi-de-llobregat#.Wqa82mrOXIU

Auch hier ein Video, in dem sich das Büro selbst vorstellt:

 

Die Hoffnung dürfte vergebens sein, dass sich ein Ingolstädter Stadtrat (und die Stadtbaurätin) davon abbringen lässt, das Digitale Gründerzentrum auf die Höhe des Dalwigk zu beschränken. Ein Turm, der das historische Bauwerk “zitiert” wäre doch auch eine Option. Ein Turm aus unserer Zeit neben dem des Dalwigk. Aber über Geschmack lässt sich eben streiten.

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